Der Praxistag und deine eigenen Zahlen
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Halb acht. Die erste Patientin liegt auf der Bank, du hast zwanzig Minuten. Das ist der Teil deines Berufs, für den du ihn gelernt hast, und der läuft.
Danach fängt der Rest an. Kurz nach neun fragt jemand zum dritten Mal, ob er die Übungen auch abends machen darf. Du erklärst es wieder, drei Minuten. Um elf will jemand wissen, warum die Kasse nur sechs Einheiten bezahlt. Wieder drei Minuten. Rechne mit sechs solcher Erklärungen am Tag, je drei Minuten, das sind 18 Minuten. Bei fünf Arbeitstagen sind das 90 Minuten in der Woche, in denen du Sätze sagst, die du schon hundertmal gesagt hast.
Mittags klebt ein handgeschriebener Zettel an der Tür, weil ihr nächste Woche wegen Fortbildung schließt. Nachmittags ist die Google-Bewertung von vorgestern immer noch unbeantwortet. Drei Bewertungen im Monat, je zehn Minuten, das sind 30 Minuten, die jeden Monat liegen bleiben. Die Stellenanzeige für die halbe Stelle ist seit sechs Wochen ein Entwurf. Die Website steht seit zwei Jahren unverändert im Netz.
Und abends, wenn die Praxis leer ist, kommt der Block, der wirklich weh tut: Dokumentation und Therapieberichte. Dazu sage ich dir in der nächsten Lektion etwas Unangenehmes, und zwar bevor du anfängst, dafür ein Werkzeug zu suchen.
Diese Lektion hat nur eine Aufgabe. Nimm einen Zettel und schreib vier Zahlen auf. Erstens: Wie oft am Tag erklärst du dieselbe Sache, und wie lange dauert eine Erklärung? Zweitens: Wie viele Aushänge, Rundschreiben und Infozettel hast du im letzten Quartal geschrieben? Drittens: Wie viele Bewertungen sind unbeantwortet? Viertens: Was liegt seit über einem Monat als Entwurf herum?
Meine Zahlen sind Beispiele zum Rechnen, keine Statistik. Deine sind die, an denen du in sechs Wochen misst, ob sich wirklich etwas geändert hat.
Das war eine komplette Lektion — ohne Konto
Du hast „Der Praxistag und deine eigenen Zahlen“ ganz gelesen, nicht angerissen. So offen sind 12 Lektionen — die findest du alle im Kurskatalog. Ein kostenloses Konto kostet nichts und bleibt kostenlos: Damit bist du in der Community dabei — Feed, Chat und Räume.