Der Tag zwischen Mittagsservice und Instagram

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Um halb sieben kommt der Bäcker, um acht der Getränkelieferant, und bevor der erste Gast dasitzt, willst du eigentlich nur wissen, ob die Forelle noch reicht. Stattdessen: Die Tageskarte muss geschrieben werden, jemand hat auf Google zwei Sterne dagelassen, und auf Instagram war seit elf Tagen nichts mehr. Dann fängt der Service an. Das Telefon klingelt mitten im Mittagsgeschäft, ein Tisch für sechs am Freitag, du hast keine Hand frei und rufst über die Schulter, dass jemand rangehen soll. Zwischen zwei Bestellungen fragt ein Gast, ob im Pesto Nüsse sind. Du weißt es, aber auf der Karte steht es nicht sauber, und die englische Version ist von letztem Sommer. Abends nach dem Abräumen sitzt du mit dem Laptop da. Dienstplan für nächste Woche. Bestellung beim Lieferanten. Die Bewertung von heute Morgen, immer noch unbeantwortet. Und im Hinterkopf: Die neue Karte müsste übersetzt werden, mit Allergenen, und ordentlich fotografiert gehört sie auch. Das ist der Punkt, an dem die meisten aufhören. Nicht aus Faulheit, sondern weil um halb zwölf nachts nach einem Zwölf-Stunden-Tag niemand mehr Lust hat, Beschreibungstexte für zwölf Gerichte zu formulieren. Rechne einmal grob nach, was da zusammenkommt. Karte pflegen, übersetzen, Allergene ergänzen: gut zwei Stunden, jedes Mal wenn sich etwas ändert. Bewertungen beantworten: bei zehn Bewertungen im Monat und zehn Minuten pro Antwort sind das anderthalb Stunden. Instagram und Wochenangebote: zwei bis drei Stunden, wenn du es ernst meinst. Das sind über den Daumen fünf Stunden pro Woche, die du nach Feierabend erledigst oder eben liegen lässt. Der Punkt ist nicht, dass diese Arbeit unwichtig wäre. Der Punkt ist, dass du sie zur schlechtesten Tageszeit machst, allein, ohne Vorlage, jedes Mal von vorne. Genau daran lässt sich etwas ändern.

Das war eine komplette Lektion — ohne Konto

Du hast „Der Tag zwischen Mittagsservice und Instagram“ ganz gelesen, nicht angerissen. So offen sind 12 Lektionen — die findest du alle im Kurskatalog. Ein kostenloses Konto kostet nichts und bleibt kostenlos: Damit bist du in der Community dabei — Feed, Chat und Räume.