Der Tag, den du kennst
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Halb sieben, du lädst den Transporter. Erster Kunde um sieben, Altbau, dritter Stock, kein Aufzug. Bis zehn läuft alles. Dann klingelt das Telefon, während du auf der Leiter stehst. Du gehst nicht ran. Um zwölf sind es vier verpasste Anrufe, zwei davon Neukunden, einer davon meldet sich nie wieder.
Nachmittags kommt der Nachbar aus dem Haus gegenüber und fragt, was ein neuer Sicherungskasten kostet. Du sagst: Ich schick dir was. Der Zettel mit dem Aufmaß wandert ins Handschuhfach.
Halb sechs bist du im Betrieb, räumst ab, schreibst den Stundenzettel. Um acht sitzt du am Küchentisch mit dem Laptop. Drei Angebote offen, zwei davon seit über einer Woche. Du fängst mit dem einfachsten an, kopierst das letzte ähnliche Angebot, änderst die Positionen, suchst den Materialpreis von letztem Monat. Nach vierzig Minuten ist eins fertig. Für das zweite hast du keine Kraft mehr.
Dazwischen liegen die Rechnungen, die seit drei Wochen warten, weil der Stundenzettel unvollständig ist. Auf dem Handy dreihundert Baustellenfotos, keins beschriftet. Das Wartungsprotokoll für die Heizung bei Frau S., das eigentlich längst raus sein müsste.
Rechne ehrlich nach, mit deinen eigenen Zahlen: Vier Angebote pro Woche zu je vierzig Minuten sind knapp drei Stunden. Rechnungen, Nachweise und Protokolle: zwei bis drei Stunden. Rückrufe und Nachrichten, die du abends abarbeitest: rund eine Stunde. Das sind sechs bis sieben Stunden Büro pro Woche, fast alle nach Feierabend, fast alle unbezahlt.
Das Problem ist nicht, dass du zu langsam tippst. Das Problem ist, dass jeder dieser Vorgänge bei null anfängt, obwohl du ihn schon hundertmal gemacht hast. Die Information steckt in deinem Kopf, auf einem Zettel oder in einer Sprachnachricht, und du überträgst sie jedes Mal von Hand in Fließtext.
In dieser Lektion gibt es noch keine Lösung. Erst muss die Rechnung stimmen. Wenn du dich hier wiedererkannt hast, lohnen sich die nächsten fünf Lektionen.
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